Wir für Braunschweig - ehrenamtlich engagiert

Steuerliche Veränderungen für Gemeinnützige in 2021

Im Dezember 2020 haben Bundestag und Bundesrat dem sog. Jahressteuergesetz zugestimmt. Mit mehreren wichtigen Neuerungen ab 2021 im Steuerrecht für den gemeinnützigen Bereich.

Höhere Pauschalen für ehrenamtlich Engagierte

Zum 1. Januar 2021 steigt der Übungsleiterfreibetrag von 2.400 Euro auf 3.000 Euro im Jahr und die Ehrenamtspauschale von 720 Euro auf 840 Euro jährlich. Bis zu dieser Höhe bleibt die pauschale Erstattung für finanzielle Aufwendungen ehrenamtlich Engagierter steuerfrei.

Aufhebung von Geboten, Fristen und Grenzen

Kleinere gemeinnützige Vereine und andere steuerbegünstigte Organisationen erhalten mehr Zeit, um ihre Mittel zu verwenden: Für Körperschaften mit jährlichen Einnahmen von weniger als 45.000 Euro gelten die strengen Maßstäbe der zeitnahen Mittelverwendung nicht mehr. Sie können damit die erhaltenen Mittel auch über die für größere Organisationen weitergeltende Zweijahresgrenze für ihre Satzungszwecke einsetzen.

Gemeinnützige Körperschaften dürfen künftig auch arbeitsteilig zusammenwirken und sich damit gemeinsam, besser und effizienter für ihre steuerbegünstigten Zwecke einsetzen. Bisher scheiterten solche Kooperationen am Grundsatz der sogenannten Unmittelbarkeit, wonach eine Organisation ihre Zwecke grundsätzlich selbst zu verwirklichen hat. Künftig kann beispielsweise eine steuerbegünstigte Körperschaft, die ein Krankenhaus betreibt, einen zum Zweckbetrieb gehörenden Wäschereibetrieb auf eine Tochtergesellschaft ausgliedern, ohne damit den Status der Gemeinnützigkeit zu riskieren.

Steuerbegünstigte Körperschaften durften schon immer ihre Mittel zumindest teilweise auch anderen, ebenfalls steuerbegünstigten Körperschaften weiterreichen. In der Praxis war dies jedoch streitanfällig. Die nunmehr vereinheitlichte Regelung zur Mittelweitergabe sorgt nun dafür, dass mit einer einzigen zentralen Vorschrift Rechtssicherheit geschaffen wird.

Die Freigrenze für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb wird von 35.000 Euro auf 45.000 Euro jährlich erhöht. Das entlastet vor allem kleinere Vereine von steuerrechtlichen Verpflichtungen, da bei Einnahmen bis zu dieser Höhe die Geschäftsbetriebe nicht der Körperschaft- und Gewerbesteuer unterliegen.

Ein vereinfachter Spendennachweis ist nun bis zu einem Betrag von 300 Euro möglich. Bislang lag die maximale Höhe bei 200 Euro.

Weitere Informationen zu Veränderungen:

In einem News-Beitrag des EngagementZentrums erhalten Sie weitere Informationen zu diesem Thema. Er ist kostenfrei abrufbar unter: https://www.engagementzentrum.de/aktuelles/Steuerliche-Veraenderungen-im-gemeinnuetzigen-Bereich-mit-Jahreswechsel/

Der Beitrag auf "Wir für Braunschweig" wie auch der News-Beitrag des EngagementZentrums basiert im Wesentlichen auf Informationen des Bundesrats und des Bundesfinanzministeriums (siehe Quellen unterhalb).

Das „Haus des Stiftens“ hat am 11. Januar ein Webinar zum Thema „Neuregelungen für NPOs zum Jahreswechsel“ durchgeführt. Die Aufzeichnung dieses Webinars ist im YouTube-Kanal der Organisation abrufbar: Video abrufen

Quellen:

https://www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/20/998/998-pk.html?nn=4352766#top-31

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerliche_Themengebiete/Buergerschaftliches_Engagement/2020-12-16-steuerliche-verbesserungen-ehrenamtliche-taetigkeiten.html